01
JUL
2016

Künstlersozialabgabe – lästig aber wichtig

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Viele Unternehmer hören anlässlich einer Sozialversicherungsprüfung zum ersten Mal von der Künstlersozialkasse (KSK) und der von ihr eingetriebenen Künstlersozialabgabe – und sind dann nicht selten erstaunt, dass sie für längst beglichen geglaubte, im weitesten Sinne künstlerische Dienstleistungen nachträglich 5,2% Künstlersozialabgabe auf den Netto-Rechnungsbetrag abführen müssen.  Unternehmer und Geschäftsführer ärgern sich darüber zu Recht – in der Praxis allerdings fast immer über die Falschen.  Vor allem bei Freiberuflern, die keine GmbHs sind, häufen sich die telefonische Kundenanfragen mit der (nicht selten vom Steuerberater angeregten) Bitte, inhaltlich korrekte Rechnung zu stornieren und die erneute Rechnungslegung so zu gestalten, dass kein KSK-Beitrag fällig wird. Was da wie eine harmlose Bitte daherkommt, ist in jeder Hinsicht problematisch.  Auch wenn wir als Werbeagentur natürlich keinen rechtlichen Rat geben dürfen: Unsere Sicht auf die komplizierten Rechtslage und die tatsächlich kuriose verwaltungsrechtliche Praxis der Künstlersozialkasse zu kommunizieren – und dabei auch zu kritisieren – muss erlaubt sein.

Die Künstlersozialkasse ist sinnvoll!
Faktisch schließt die KSK nicht nur für freiberufliche Künstler, sondern auch für freiberufliche Grafiker, Webdesigner, frei Journalisten und Publizisten eine Sozialversicherungslücke: Da bei diesen Berufsgruppen (1) ein Arbeitgeber zur anteiligen Mitfinanzierung der Sozialversicherungsbeiträge ausfällt, (2) es zugleich keine berufsständischen Versorgungswerke gibt und (3) die Einkommen (auch) dieser kleinen Selbständigen oft weit hinter denen klassischer (meist akademisch gebildeter) Freiberufler und Selbständiger zurückbleiben, mitfinanziert die KSK die Kranken- und Rentenversicherungsbeiträge ihrer Mitglieder zu 50%. Am Grundgedanken der Künstlersozialabgabe,  die Verwerter künstlerischer bzw. publizistischer Arbeit an der sozialen Absicherung von Künstlern und Publizisten zu beteiligen, ist nichts zu kritisieren. Wie aus einer an sich guten Idee ein bürokratisches Ungetüm wird, zeigt das Beispiel KSK exemplarisch.

Die KSK-Beitragspraxis verdient jede Kritik
Ich wage die These: Wäre der KSK-Beitrag eine Art Sondersteuer auf die Verwertung im weitesten Sinne künstlerischer Vorprodukte und das Verwaltungshandeln hinsichtlich Mitgliedschaft, Beitragspflicht und Beitragserhebung transparenter, würden die Unternehmen anfallende Beiträge mit der gleichen Selbstverständlichkeit abführen, wie Dutzende anderer Sonderkosten auch. In der Praxis ist wohl das größte Problem, dass die Beitragspflicht nicht von einem objektiven Tatbestand abhängt – und systematisch eben keine Sondersteuer auf eine bestimmte Freiberufliche Dienstleistung darstellt.

KSK versteht kein vernünftiger Mensch
Wenigstens der unbestimmte Rechtsbegriff der „nicht nur gelegentlichen“ Auftragserteilung  wurde mittlerweile konkretisiert, seit 2015 tritt eine KSK-Beitragspflicht ein, wenn die Gesamtsumme aller gezahlten Entgelte in einem Kalenderjahr 450 Euro übersteigt. Sie haben richtig gelesen: Nicht der Künstler oder Publizist macht sein Arbeitsergebnis beitragspflichtig, sondern das Nutzungsverhalten eines Unternehmens! Es spielt für die Beitragspflicht übrigens auch keine Rolle, ob der beauftragt Künstler oder Publizist selbst Mitglieder der KSK ist. Die Praxis ist hier tatsächlich kurios: Auch die Arbeit von Freiberuflern, denen die KSK nachweislich eine Mitgliedschaft verweigert, ist prinzipiell abgabepflichtig.

GmbH-Privileg ist Diskriminierung
Der einzig klare Bezugspunkt in Sachen KSK ist zugleich pure Willkür: Ist der Rechnungssteller eine juristische Person, also eine GmbH,  OHG, KG oder eine Mischform aus diesen, besteht grundsätzlich keine Abgabepflicht an die Künstlersozialkasse. Sie lesen schon wieder richtig:  Auf die Dienstleistungen großer Unternehmen der Medien- und Werbebranche – mithin also die maßgeblichen Verwerter von freiberuflicher künstlerischer und publizistischer Arbeit – werden keine KSK-Beiträge erhoben.  Sie sind vom Gesetzgeber von der Solidarität mit freien Künstlern und Publizisten freigestellt! An dieser Stelle auf die Rechtsform abzustellen, entzieht sich jeder Logik – vermutlich ist es einmal mehr das Ergebnis erfolgreicher Lobbyarbeit. Faktisch diskriminiert dieses „GmbH-Privileg“ sogar die KSK-Mitglieder, also freiberufliche Künstler und Publizisten, im Wettbewerb mit den Markführern der Kommunikationsbranche – da ihre Dienstleistungen ohne eigenen Einfluss, perfekt rechtmäßig wohl bereits beim Einbuchen, spätestens jedoch beim Jahresabschluss, wenn die übers Jahr hin aufgelaufene Summe festgestellt ist, mit einem  5,2% KSK-Aufschlag versehen werden müssen.

KSK-Beitrittshürden sind zu hoch
Die Tatsache, dass vermutlich 75% aller in der Kommunikationsbranche entstehenden und verwerteten künstlerischen Leistungen (über die Rechtsform des Unternehmens das sie verwertet) KSK-beitragsfrei sind, führt systemisch zu einer chronischen Unterfinanzierung der KSK. Das hat zwei sehr unangenehme Konsequenzen für Betroffene. Einerseits sind die Beitrittshürden für die Künstler und Publizisten gleichermaßen realitätsfern wie bürokratisch – und verfolgen offensichtlich das Ziel, die Mitliederzahlen möglichst gering zu halten. Andererseits scheinen eben jene Unternehmen, die in den KSK-Aufnahmeanträgen der Künstler als Nachweis ihrer künstlerischen respektive publizistischen Arbeit bezeichnet werden (müssen), vermutlich ganz und gar unabhängig vom Erfolg des Beitrittsantrags, vorzügliches Ziel künftiger Sozialversicherungsprüfungen zu werden.  Vielfach wird daher kritisiert, die KSK schade ihren (potenziellen) Mitgliedern.

Freie Künstler und Publizisten sind jeden Euro wert!
In der Praxis, das dürfte die Kunden freier Künstler, Publizisten und vor allem (der Rechtsform nach) kleiner Kommunikations- und Werbeagenturen am meisten interessieren, wird aus dem scheinbaren „Aufschlag“ nur selten ein rechenbarer Nachteil  für ein Unternehmen. Denn in kleinen, inhabergeführten Unternehmen „kaufen“ sie künstlerische oder publizistische Leistung quasi direkt vom „Hersteller“ – statt, wie bei großen Agenturen verbreitet, Praktikantenarbeit zum agenturüblichen Stundensatz – aber immerhin ohne KSK-Aufschlag.

Bitte keine Rechnungen umschreiben lassen
Erfolgreiche Unternehmer sind zwingend kostensensibel, dafür haben auch freiberuflich Dienstleistende volles Verständnis. Der Bitte, eine Rechnung nachträglich substanziell, also „KSK wirksam“ abzuändern, kann aus zwei Gründen nicht nachgegeben werden – selbst wenn sie vom Steuerberater initiiert ist: Erstens rechtfertigt es den Anfangsverdacht der Beihilfe zur Beitragshinterziehung. Zweitens sind die Folgen für den rechnungsstellenden Künstler unabsehbar. Sollte dessen nächste KSK-Mitgliedschaftsprüfung ergeben, dass er sein eigenes Einkommen überwiegend kaufmännisch (statt künstlerisch) erzielt hat, droht ihm der Rauswurf aus der Künstlersozialkasse.

07
JUN
2016

Vorsicht: Betrügerische Rechungen für Domainregistrierung

deutsche domain_05-2016Bereits im Herbst 2015 berichteten Verbraucherzentralen und Community-Plattformen über fingierte Rechungen der Firma „.DE Deutsche Domain“. Zielgruppe der „dubiosen Geschäftemacher“ sind laut netzwelt.de vor allem Geschäftskunden. Der Betrug ist erst bei genauem Hinsehen zu erkennen und zielt wohl darauf ab, dass Geschäftskunden die Falle im im stressigen Tagesgeschäft nicht erkennen – sondern für eine echte Rechnung über angefallene Domaingebühren halten.

Tatsächlich wirkt die „Rechnung“ zunächst echt. Es steht Rechnung drüber, es findet sich eine Rechnungsnummer, ein Rechnungsdatum, ein Fälligkeitsdatum und sogar ein Ansprechpartner auf dem Schreiben, das in der Regel als PDF-Anhang einer Mail im Postfach landet. Hier eine Rechnung, wie sie letzte Woche ein Kunde erhielt. >>> betrügerische Rechnung

Wer hingegen genauer prüft, wird feststellen, dass es (1) gar keinen Rechnungsempfänger gibt, (2) die Domain, deren Regstrierung berechnet wird, nicht genannt ist und (3) erst aus dem Kleingedruckten hervorgeht, dass es sich lediglich um ein Angebot handelt. Für einen Betrugsversuch spricht ebenso, dass die Firma unter angegebener URL keine Webseite hat und die veröffentlichte Telefonnumer nicht existiert.

Wir empfehlen unseren Kunden, solche Rechnungen zu ignorieren. Rechtliche Schritte lohnen wie so oft in solchen Phishing-Fällen nicht.

Zur Klarstellung: Tatsächlich wird für jede bei der DENIC (der Registrierungsstelle für Internet-Domains unterhalb der Top Level Domain .de) registrierte Domain eine Jahresgebühr fällig. Diese Jahresgebühr fällt auch tatsächlich zusätzlich zu den üblichen Hostinggebühren (für Webspache und Mailaccounts) an und wird von jedem seriöse Provider ordentlich, also mit Nennung der Domains und des Zeitraums, in Rechnung gestellt. Die tatsächliche Jahresgebühr variiert je nach Domain und Provider, Businesskunden der justbusy beispielsweise erhalten einmal im Jahr eine Rechnung über 17,40 EUR brutto. Die fingierten Rechnungen der „.DE Deutsche Domain“ fielen, selbst wenn sie echt wären, mit (meist) 175,- EUR brutto also auch der Höhe nach aus dem Rahmen.

06
MAI
2016

Ärgerlich: Fehlende Pflichtangaben im Impressum

Das leidige Thema Impressum sorgt einmal mehr für Ärger. Wie Armin Jordt von der Kreishandwerkerschaft Schwalm-Eder in einer kürzlich verschickten Rundmail ausführt, lässt der bayrische SHK-Betrieb „Otto Kuntz GmbH“ derzeit andere SHK-Betriebe wegen fehlender Pflichtangaben im Impressum abmahnen. Die Handwerkskammer empfiehlt, weder die Abmahnkosten des abmahnenden Rechtsanwaltes Dr. Haremza zu bezahlen, noch eine Unterlassungserklärung zu unterzeichnen – sondern statt dessen die Innung oder einen Fachanwalt einzuschalten.

Da nur Juristen juristischen Rat geben dürfen, fassen wir hier lediglich die aktuellen Fakten für Sie zuammen. Bitte prüfen Sie selbst, ob Ihr Impressum den aktuellen Ansprüchen der Rechtsprechung genügt.

Diese Pflichtangaben sollten im Impressum auf keinen Fall fehlen:

1) „Geschäftsmäßige Anbieter“ im Sinne von § 5 TMG, im Zweifel also alle mit Gewerbeschein und Internetseite, sind zur „Anbieterkennzeichnung“, also zur Veröffentlichung einer „ladungsfähigen“ Anschrift verpflichtet. Zu den konkreten Pflichtangaben gehören Vor- und Nachname mit vollständiger Postanschrift bzw. bei juristischen Personen zusätzlich Rechtsform und Vertretungsberechtigte. Zur elektronischen Kontaktaufnahme ist die E-Mail-Adresse zu nennen – und sicherheitshalber auch eine Telefonnummer als „zweiter Kommunikationsweg“ (so der EuGH).

2)Unterliegt der Anbieter der Registrierungspflicht, sei es z.B. als GmbH, OHG, Genossenschaft oder Verein, sind Registernummer und zuständiges Registergericht mit Namen und Sitz zu nennen.

3) Unterliegt die Tätigkeit der behördlichen Zulassung bzw. Aufsicht, wie bei z.B. Handwerksbetrieben oder Gasttstätten, ist nicht nur die aufsichtsführende Kammer, Innung oder Behörde zu benennen, sondern auch die gesetzliche Berufsbezeichnung und der Staat, in dem die Berufsbezeichnung verliehen worden ist sowie – besonders wichtig für Architekten, Ärzte, Zahnärzte, Rechtsanwält und Steuerberater – die Bezeichnung der „berufsrechtlichen Regelungen“.

4) Eine unumgängliche Pflichtangabe ist zudem die Umsatzsteueridentifikationsnummer nach § 27a des Umsatzsteuergesetzes oder eine Wirtschafts-Identifikationsnummer nach § 139c der Abgabenordnung. Die normale Steuernummer gehört nicht ins Impressum!

Mehr Informationen zu den Themen Disclaimer (Rechtliche Informationen) und Datenschutzerklärung in einer unserer nächsten News.

26
APR
2016

Werbung und Wertschöpfung

mas_sw_180Es gibt nicht zu viele Werbeagenturen. Nicht einmal im Raum Nordhessen, wo es in Kassel gleich zwei Institute gibt, die alljährlich Dutzende „Kommunikationsexperten“ in den nordhessischen Arbeitsmarkt entlassen. Die AFAK, ausgeschrieben Akademie für Absatzwirtschaft e.V., war im Jahr ihrer Gründung 1932 Deutschlands erste Werbefachschule. Das dort angebotene „Studium“ zum staatlich geprüften Kommunikationswirt, ist zwar faktisch eine kostenpflichtige Erstausbildung mit staatlichem Abschluss. Doch was man auf der AFAK-Webseite als „idealen Einstieg in die Berufswelt der Kreativwirtschaft“ bezeichnet, ist bundesweit kaum konkurrenzfähig. Bei der AKK wiederum, voller Name Akademie für Kommunikation Kassel, bietet man ein Aufbaustudium für „Interessenten mit einem Bachelor oder Master-Abschluss fachfremder Wissenschaftsdisziplinen als Einstieg in die Marketing-, Kommunikations- und PR-Praxis“.

Tatsächlich bieten die Kassler Institute lediglich nebenberufliche Qualifizierung – und erwarten daher beide ein Vollzeitpraktikum oder eine Vollzeitbeschäftigung während der gesamten Studienzeit. Von dieser Art der Ausbildung profitieren vor allem bereits etablierte Agenturen: Einerseits stellen sie (bei der AFAK) einen Teil der Dozenten, andererseits stellen sie eine Vielzahl der notwendigerweise begehrten, vielfach unbezahlten Praktikumsplätze. „Werbe-Genies“ bildet – trotz gegenteiliger Behauptungen – keines der beiden Institute aus. Für künftige Führungsaufgaben qualifizieren beide Ausbildungsgänge ebenfalls kaum.

Vielfach führt ein AFAK-Abschluss sogar in die berufliche Sackgasse: Agenturen, denen man als billiger Praktikant eben noch willkommen war, ist man als sozialversicherungspflichtige Arbeitskraft selbst zum Mindestlohn zu teuer. Das führt zu einer großen Zahl von aus der Not geborenen Agentur-Neugründungen. Dass viele dieser jungen Agenturen im Wettbewerb mit den etablieren Agenturen ihrer ehemaligen Ausbilder und deren über Jahrzehnte gewachsenen Netzwerken kaum bestehen können, liegt auf der Hand. Unternehmensinsolvenzen, wie aktuell die der Kasseler Werbeagentur „Die Werbeagenten“, sind vor diesem Hintergrund beinahe zwangsläufig.

Wer als Nordhesse seine Berufung in der Werbung sieht, sollte daher gleich einen der wettbewerbsfähigen, weil breit angelegten und modernen Studiengänge im Bereich Mediendesign oder Medieninformatik belegen – wird dafür aber Nordhessen verlassen müssen. Für Quereinsteiger und alle die in der Region bleiben wollen, empfiehlt sich eine solide Ausbildung zum Mediengestalter. Hier erhebt man zwar nicht den Anspruch, künftige Agenturchefs auszubilden – aber immerhin gibt es tatsächlich auch in unserer Region immer mehr Arbeitsplätze, vor allem bei Industrie, Mittelstand und erfolgreichen Onlinehändlern, die eine solche praxisnahe Berufsausbildung dezidiert fordern.

Allen, die sich trotzdem trauen, in Nordhessen mit einer Werbeagentur oder einer freiberuflichen Werbetätigkeit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, rate ich zum einen zur Ausprägung persönlicher, im gesamten deutschsprachigen Raum wettbewerbsfähiger Kompetenzen. Denn richtig gute Programmierer, Grafiker, Suchmaschinenoptimierer, Fotografen oder Texter gibt es trotz allem immer noch zu wenige. So lassen sich – gerade in der Anfangszeit beinahe unvermeidliche -Auftragsflauten im heimischen Markt durch Aufträge aus den wirklichen boomenden Regionen Deutschlands gut überstehen.

Zudem sollte sich jeder ambitionierte Werber, so meine Erfahrung aus 15 Jahren Selbständigkeit, fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse aneignen.  Schlicht weil Marketing und Werbung, und noch viel mehr die Unternehmensführung, ein Ziel nie aus den Augen verlieren darf: Am Ende des ganzen Geklappers dreht sich – zumindest in den allermeisten Fällen – doch alles um die tatsächliche, realwirtschaftliche Wertschöpfung.  Wer das nicht vergisst, hat auch als Werber gute Karten.

22
APR
2015

Ein ordentliches Webkonzept ist Schritt Nummer Eins

Elke Petersen-Rusch ist selbständige Webdesignerin. Mit ihrer Agentur webwirbel.de entwirft und betreut sie Webseiten für Kunden von Kiel bis Hamburg.

Elke Petersen-Rusch ist Inhaberin der Agentur webwirbel.de. Als Webdesignerin betreut sie Kunden von Kiel bis Hamburg.

Qualifiziertes Webdesign ist heute eine hochkomplexe Herausforderung. Kooperation und fachlicher Austausch sind trotzdem keine Selbstverständlichkeit für Werbeagenturen. Grund genug, Elke Petersen-Rusch, eine besonders sympathische Kollegin in unserem Kompetenz-Netzwerk, im Kontext eines Interviews persönlich vorzustellen. Elke Petersen-Rusch ist selbständige Webdesignerin. Mit ihrer Agentur webwirbel.de entwirft und betreut sie individuelle Webseiten für Kunden von Kiel bis Hamburg.

Frau Petersen-Rusch, zunächst stehen für den Kunden Gestaltungsfragen im Vordergrund?
Bei vielen Kunden ist das tatsächlich der Fall. Bevor allerdings schicke Designs entworfen werden können, muss erst klar sein, warum jemand eine Internetseite haben möchte. Wohin er damit will, welche Ziele erreicht werden sollen. Wie sich das digitale Wettbewerbsumfeld tatsächlich darstellt. Ich nenne es auch gerne „durchsortieren“.  Dann stellt sich auch immer die Frage nach der Nachhaltigkeit, wie Inhalte künftig gepflegt und aktualisiert werden sollen. Kurz: Ein ordentliches Webkonzept ist Schritt Nummer Eins.

Also geht Konzeption vor Gestaltung?
Ganz klar ist: Inhalte und die visuelle Gestaltung müssen zueinander passen, sich gegenseitig unterstützen. Ein erfolgreiches Web muss sich gleichzeitig in ein Marketing-Gesamtkonzept einfügen, sich als wichtiger Bestandteil der Wertschöpfung verstehen – und trotzdem Originalität und Authentizität wagen. Bedeutungslose Klon-Webseiten, wie sie oft vertrieben werden, helfen niemandem. Weder bei den Suchmaschinen, noch bei den Besuchern. Die Kunst beim Webdesign ist es, den Websitebesucher „abzuholen“, ihn in die richtige Stimmung zu versetzen, Vertrauen aufzubauen und unkompliziert zu den relevanten Inhalten zu führen. Wenn dann noch lebendig und knackig formuliert wird oder gar ein echter Erzähl-Spannungsbogen (auch visuell) entsteht, dann wird der Webauftritt auch ein Erfolg.

Zwei Sätze zum Theme „responsive Design“?
Lebendigkeit ist eine meiner liebsten Herausforderungen. Inhalte kreativ,  ansprechend und immer wieder neu zu präsentieren ist dabei die eine Sache. Eine andere ist es, sie dem Nutzerverhalten anzupassen, indem die Seiten beispielsweise „responsive“ entwickelt werden – die Darstellung für unterschiedlichste Ausgabemedien flexibel anzupassen.

Gibt es beim Webdesign„Moden“?
Durchaus – aber man sollte nicht jede mitmachen! Oder sich zumindest fragen, ob dem Kunden die aktuelle Mode tatsächlich steht. Von grellen Blinkebildchen haben sich erfreulicherweise alle verabschiedet. Dafür muss heute offensichtlich jeder eine Bildergalerie haben. So nach dem Motto „Das bietet mein Content-Management-System, also setze ich es auch ein“. Zur Zeit „in“ ist ein cleanes Layout: Klare Farben und Formen, gerne blockartig zusammengesetzt – Apple war da Vorreiter. Was aber auch dazu verleitet, fröhlich Blöcke zu schachteln und damit insbesondere Startseiten zuzubauen. Das spricht meistens gegen ein klares Konzept.

Gibt es technische Herausforderungen hinter den Kulissen?
Klar, auch technologisch ist Web-Entwicklung ein absolut spannendes Thema. Viele Webprojekte (also auch webbasierte Anwendungen) haben in Funktion und Leistungsumfang schon fast die Qualität von Desktop-Lösungen. Oft sind es auch spezielle Features, die einem Webauftritt die besondere Note oder Funktionalität verleihen. Nicht jede Agentur ist in der Lage, spezielle Anforderungen auch zu programmieren. Will der Kunden die redaktionellen Inhalte künftig selbst pflegen, muss man sicherstellen, dass er auch tatsächlich damit klarkommt. Nur weil eine Agentur z. B. Typo3 als CMS anbietet, muss es noch lange nicht das Richtige für den Kunden sein. Das passende Content-Management-System zu finden, es in einen individuellen Auftritt zu verwandeln und dabei zum mächtigen Marketingwerkzeug zu machen, ist eine echte Herausforderung.

Die Webseite als wichtiger Baustein einer umfassenderen Kommunikations-, Marken- oder Marketingstrategie?
Das sollte es definitiv sein und genau so sollte man es auch verstehen und konzipieren. Es genügt nicht, nur eine Internetseite zu haben. Es ist kein alleinstehender Kanal, sondern ein Kanal mehr, der in das Gesamtmarketingkonzept einbezogen wird. Die Unternehmen müssen Zeit- und Personalressourcen einplanen, um insbesondere die Website zu pflegen und aktuell zu halten. Und ebenso, die verschiedenen Kanäle, sei es Printbereich, Presse, Social Media, etc. koordiniert zu bedienen. Das wird oft unterschätzt. Nebenher geht das in den meisten Fällen nicht.

Kann man die Effektivität einer Webseite messen?
Natürlich kann man im laufenden Betrieb Zugriffe messen, Kundenkontakte auswerten, sicherstellen, dass eine Webseite tatsächlich kommuniziert. Effizienz ist für mich aber auch leichte, unkomplizierte Wartbarkeit einer Site: Wenn Kunden für das Einstellen einer Information einen halben Computerkurs oder einen „Spezialisten“ brauchen, dann ist etwas falsch gelaufen. Effizienz ist aber auch die Kommunikation mit externen Systemen oder Internetseiten: Also beispielsweise das Teilen von Inhalten auf sozialen Netzwerken oder auch Datenexport/ -import von Produktinformationen. Oder auch die Nutzung der Website als firmeninterne Kommunikationsplattform.

Wie halten Sie es mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung?
Alle verkaufen Suchmaschinenoptimierung, die wenigstens wissen was sie tun und erreichen noch weniger. Hier bin ich wirklich dankbar für die gute Zusammenarbeit innerhalb unseres Kompetenz-Netzwerkes. Agenturen, die wie die justbusy seit Jahren mit den Themen SEO und suchmaschinenoptimierter Redaktion quasi verheiratet sind, haben hier ihre Stärke. Andere habe ihre spezifischen Stärken bei der Konzeption, dem Desgin oder der Programmierung.  Von einem fairen Kompetenz-Netzwerk profitieren vor allem unsere Kunden, auch beim Thema Suchmaschinenoptimierung.

Kontaktdaten:
Elke Petersen-Rusch, Aukrug (Kiel), Webdesignerin, Werbeagentur webwirbel, www.webwirbel.de

21
JUL
2014

Warum Unternehmer häufiger empfehlen sollten

Die besten Brötchen in ganz Nordhessen sind Helmekes „Gries-Bürli“, das erzähle ich frank und frei jedem, dem ich diesen leckeren Genuss gönne. Obwohl ich mit dem Auto hinfahren muss und eigentlich immer in der Schlange stehe. Der Bäcker mit ein paar Filialen rund um Großalmerode gehört übrigens nicht zu unseren Kunden, er hat noch nicht einmal eine Webseite. Vermutlich lebt er ganz gut damit, dass seine Produkte überzeugen, er eine glückliche Hand beim Personal hat und tatsächlich von zufriedenen Kunden eigeninitativ weiterempfohlen wird. Erfolgreiche Mundpropagande im besten Sinn.

Des Kunden Glück ist in diesem Fall des Werbers Graus: Ich habe mich eben vergewissert, er druckt weder Logo noch Adresse auf die Brötchentüte. Hätten es alle so leicht, sich im Wettbewerb zu behaupten, bedürte es unserer ganzen Werbe-Branche nicht.

Was am Einzelbeispiel einfach scheint, gelingt so kaum einem Unternehmen, aus vielerlei Gründen. Aus Unternehmersicht ergeben sich hier interessante Fragen.

Warum wird (m)ein Unternehmen nicht häufiger empfohlen?

Mit dieser Frage haben es nur Unternehmen leicht, die man guten Gewissen ohnehin niemandem empfehlen kann. Ich muss keines nennen, jedem fallen hier gewiss ein paar eigene Beispiele ein. Seriöse Unternehmer mit Interesse an einem nachhaltigen Geschäftserfolg hingegen geben doch immer das Beste, überzeugen ihre Kunden durch Leistung und schaffen somit zumindest theoretisch die Grundlage erfolgreichen Empfehlungsmarketings.

Doch kaum ein im Wettbewerb stehendes Unternehmen kann oder will seinen Erfolg von Empfehlungen abhängig machen, wovon z.B. unsere täglich überquellenden Briefkästen zeugen. Auch auf zufriedene, langjährige Kunden, im Business-to-Business Geschäft oft auch Geschäftspartner genannt, scheint in dieser Hinsicht oft kein Verlass.

Daran, dass Kunden grundsätzlich kein Interesse an Bewertungen und Empfehlungen hätten, kann es nicht liegen. Im digitalen Onlinehandel zählen positive, empfehlende Bewertungen und hohe Werte bei der Kundenzufriedenheit zu den Voraussetzungen erfolgreichen Geschäfts. Wer oder wessen Produkt nicht positiv empfohlen wird, dürfte auch bei besten Preisen auf der Strecke bleiben.

Realistisch betrachtet, dürfte es die Anonymität sein, die es uns allen leichter macht, ein subjektives Urteil öffentlich zu machen oder ein Unternehmen oder Produkt zu empfehlen. Die digitalen Empfehlung bleibt für uns ohne Konsequenzen. Anders als im realen Leben, wo sich der Empfehlende auf merkwürdige Weise mitverantwortlich zu machen droht. Auch wenn wir keinen Einfluss darauf haben, ob das durch uns empfohlene Geschäft tatsächlich zur gegenseitigen Zufriedenheit führt.

Warum Unternehmer öfter empfehlen sollten?

Umso bedeutender und erfolgreicher sind persönliche Empfehlungen, ganz besonders im bereits angesprochenen Business-to-Business Geschäft. Sie öffnen Türen und Ohren, schaffen Vertrauen und erleichtern partnerschaftliche Zusammenarbeit ungemein. Wohlmeinender kann man seine Geschäftspartner nicht unterstützen. Mit einer wohlwollenden Empfehlungen wertschätzen wir unsere Geschäftspartner in besonderer Weise und bezeugen gegenüber Dritten unser Vertrauen. Wir sollten das alle häufiger tun.

02
JAN
2014

2014 NOCH ERFOLGREICHER WERBEN

Verdreifachen sie ihren Erfolg!
Wer die folgenden praktischen Tipps vom Marketing-Experten befolgt, verdreifacht seinen Werbe-Erfolg ohne das Werbe-Budget zu erhöhen.

1. MARKETING-ZIELE FORMULIEREN
Überlassen sie ihre Werbung nicht dem Zufall. Legen sie zu Jahresbeginn fest, was genau sie im neuen Jahr erreichen wollen. Brechen sie diese Ziele auf Quartale, besser noch auf Monate herunter. Merke: Wer keine Ziele formuliert, kann sie auch nicht erreichen!

2. BUDGET DEFINIEREN
Legen sie eine Jahressumme als Marketingbudget fest. Investieren sie mindestens 2% Ihres Jahresumsatzes in die Gewinnung von Neukunden.

3. AUFSCHREIBEN UND KONTROLLIERN
Schreiben sie Ziele und Budget auf und gleichen sie die gebuchten Marketingkosten monatlich mit Budget und Zielsetzung ab.

4. SELBSTKRITISCH BLEIBEN
Fragen sie sich ehrlich, ob sie persönlich die Zeit haben, sich erfolgsorientiert um ihr Marketing zu kümmern. Wenn sie nur Sonntags Zeit für ihr Marketing haben oder das gar zu Lasten ihrer Familie geht übertragen sie ihr Marketing einem fähigen Mitarbeiter oder gleich einer Werbeagentur.

5. INTERNETAUFTRITT AKTUELL HALTEN
Aktualisieren sie regelmäßigihren Internetauftritt! Denn 75% aller Deutschen sind online, 92% informieren sich
vor einer wichtigen bzw. teuren Kaufentscheidung im Internet. Überlassen
sie diese Kunden nicht Ihren Wettbewerben. Investieren  sie mindestens
30% ihres Marketingbudgets in ihren Internetauftritt und in
Suchmaschinenoptimierung.

6. WERBEAGENTUR ANFRAGEN
Werbeagenturen sind meist viel besser als ihr Ruf. Agenturen mit langjähriger Marktpräsenz und ordentlicher Referenzliste sind nicht nur viel günstiger als vermutet wird, sie sind auch ihr Geld fast immer wert.

7. THEMEN SETZEN
Bilden sie Themenschwerpunkte, auf die sie ihr Marketing ausrichten. Nutzen sie ggfs. Kampagnen ihrer Geschäftspartner und Lieferanten, z.B. die regelmäßig Wintersonne-Kampagne von Paradigma für Ihre Ziele.

8. ALTE ZÖPFE ABSCHNEIDEN
Überprüfen Sie alle Marketingmaßnahmen des abgelaufenen Jahres auf ihren Erfolg. Gerade Anzeigenwerbung auf Sonderthemenseiten, in Vereinsblättchen oder auf Landkarten verpuffen oft ohne Werbeeffekt. Fordern sie Angaben zu Reichweite, Auflage und Mediadaten schriftlich an! Geben sie niemals Geld aus nur weil die Anzeigenberaterin so sympatisch ist!

9. SPONSORING ÜBERPRÜFEN
Werbung ohne Werbeeffekt nennt man Sponsoring.
Überprüfen sie ob sie sich die Unterstützung ihres Lieblingsvereins
weiterhin leisten wollen. Mindern sie niemals ihr Werbebudget durch
Sponsoring!

10. REDAKTION IST BESSER
Redaktionelle Texte sind fast immer besser als klassische Anzeigenwerbung. Verlage die ihr Geld wollen, sollten 1x im Jahr einen Sonderthemen-Redakteur vorbeischicken.

Wer diese 10 Tipps beachtet, hat beste Chancen, das Optimale aus seinem Werbebudget herauszuholen.

Herzliche Grüße
Ihr Martin Schuler

 

30
SEP
2013

UNTERNEHMENSBERATUNG MIT QUALITÄTSSIEGEL AUS KASSEL

rkw_351xKassel. Hessen. September 2013. 


Im September 2013 hat das RKW Hessen – Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Wirtschaft e.V. – Lars Trinter und Martin Schuler, den beiden Gründer der Kasseler Werbeagentur justbusy,  für ihre Leistungen als Unternehmensberater das RKW-Qualitätssiegel zuerkannt.

„Natürlich machen wir nach wie vor Gründungsberatung,“ versichert Martin Schuler im Rückblick auf 10 Jahre als RKW-Berater, „aber der Schwerpunkt unserer beratenden Tätigkeit liegt heute bei der Entwicklung, Integration und Pflege digitaler Kommunikations- und Vertriebskanäle.“ „Vor allem kleine und mittlere Unternehmen profitieren von unserer Innovations- und Umsetzungsberatung, in die wir neben technischem Know-how vor allem auch unsere persönlichen Kompetenzen und langjährige Vertriebserfahrung einbringen,“ ergänzt Lars Trinter. “Und selbstverständlich begleiten wir unsere Kunden auch bei der Umsetzung ihrer neuen Ziele“.

Voraussetzung des Qualitätssiegels für die Unternehmsberatung ist – neben fünf nachweislich erfolgreich abgeschlossenen Beratungen – auch die Teilnahme an Weiterbildungen des RKW Hessen. Das RKW Hessen bietet mit seinem Experten-Netzwerk Unternehmen und Unternehmern Beratung, Konzepte und Lösungen für alle Phasen unternehmerischen Handelns von der Gründung bis zur Unternehmensnachfolge. Für kleine und mittlere Unternehmen kann die Beratung über das RKW Hessen in vielen Fällen durch Förderung des Landes Hessen, des Bundes und der EU bezuschusst werden. Diese Förderung macht qualifizierte Beratung auch für kleine Unternehmen erschwinglich.

mas / 30.09.2013

08
JUN
2013

31. GRÜNDERFORUM WALDECK FRANKENBERG

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Auf Einladung der Wirtschaftsförderung Waldeck-Frankenberg referierte Martin Schuler von der Kasseler Werbegentur justbusy auf dem 31. Gründerforum Waldeck-Frankenberg (06.06.2013) im Naturparkzentrum Kellerwald-Edersee in Vöhl zum Thema Onlinemarketing und Suchmaschinenoptimierung. Im Anschluß stellten drei erfolgreiche Gründer ihr Business  vor und berichteten von ihren Erfahrungen. Siegfried Franke (Bildmitte vorn) von der Wirtschaftsförderung Waldeck-Frankenberg nutzte die Gelegenheit, sich von „seinen“ Gründern in den Ruhestand zu verabschieden – deutete aber zugleich ein „Comeback“ als Unternehmensgründer an.

Kerstin Ziegler aus Schmittlotheim konnte von sehr erfolgreichen ersten Monaten mit ihrem Fachhandel für Imkereibedarf berichten, Kfz-Meister Stefan Ott von den ersten Erfolgen mit seiner KfZ- und Zweiradwerkstatt in Bad Arolsen. Alexander Schulgin, Gründer der gleichnamigen Kunstgoldschmiede in Bad Arolsen, erlaubte entlang seiner Berufsbiografie Einblick in die vielfältigen Herausforderungen und Qualifikationsschritte auf dem Weg zur handwerklichen Perfektion.

Wie immer nutzten die Teilnehmer die gemütliche Atmosphäre im Naturparkzentrum Kellerwald-Edersee zum anschließenden netzwerken sowie zum Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Das 32. Gründerforum soll im November 2013 stattfinden.

Links zu den vorgestellten Unternehmen aus Waldeck-Frankenberg:

www.imkereibedarf-ziegler.de
www.cam-ba.de
www.kunstgoldschmiede.de

mas/ 08.06.2013